OSTERN – FEST DER AUFERWECKUNG ZUM LEBEN

Unser höchstes christliches Fest ist Ostern – das Fest der Auferstehung. Das Sterben und Wieder-ins-Leben-kommen als Kern unseres Glaubens, als Hoffnung für uns Christen. Auferstehung? Ein Ereignis vor 2000 Jahren im fernen Israel, oder ein Geschehen, das uns heute und hier noch bewegt und umtreibt?

Im Neuen Testament finden sich in den Beschreibungen des Ostergeschehens meist bildhafte Ausdrücke:

Auferweckung, Auferstehung, Erhöhung, Erscheinung, Umgestaltung und Umwandlung seines Lebens, Verklärung seines Leibes.

All diese Sprachbilder bringen ein und dieselbe Erfahrung zum Ausdruck: In der Zeit nach dem Tod Jesu machten seine Anhänger eine im wahrsten Sinne bewegende Erfahrung: die Wirkung, die von Jesus zu Lebzeiten ausgegangen war, endete keineswegs mit seinem Tod. Im Gegenteil! Sie ging weiter, sie steigerte sich sogar. Auch nach seinem Sterben geht von Jesu Gestalt noch etwas aus, das Menschen ergreift und verändert. Dieser Jesus hatte wirklich etwas in Bewegung gesetzt, was über seinen Tod hinaus wirkte. Seine Jünger spürten, dass er nicht tot im Grab zurückblieb, sondern nun als Lebender unter ihnen wirkte, dass er sie umtrieb und wandelte, mehr noch als zuvor. Ihre Zweifel, die seine Jünger bei seinem Tod überkamen, waren überwunden. Neue Gewissheit und ein neuer Antrieb waren da. Die Kreuzigung war keine Katastrophe mehr, sie war ein Durchgang zum wahren Sein Jesu.

VERGEHEN – SICH WANDELN – NEU-ERSTEHEN

Die Evolutionsbiologie weiß: ohne Sterben keine Weiter- und Höherentwicklung des Lebens. Ohne Karfreitag kein Ostern!

Vergehen und Neuwerden, Sterben und Auferstehen sind Grundvorgänge des gesamten Lebens. Es entsteht nichts Neues, ohne dass Altes stirbt. In der Botschaft von der Auferweckung Jesu zeigt sich die Menschheitserfahrung vom Durchgang des Lebens durch den Tod in neues gewandeltes Leben. „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht.“ (Joh 12,24)

Die Osterbotschaft kann für uns Glaubende eine Ermutigung sein, darauf zu vertrauen, dass sich jenseits der Nacht die Dunkelheit lichtet. Auferstehung geschieht, wo begrabene Hoffnungen wieder aufleben, wo Zerstrittene wieder zusammenfinden, wo Hass sich in Liebe wandelt.

Auferstehung geschieht, wo in der Dunkelheit einer ausweglosen Situation ein Licht aufleuchtet und einen neuen Weg weist.